Norwegian Sky Cruise Marathon Bahamas

Urlaub im Sunshine Staate Florida und an den Traumstränden auf den Bahamas

 

Lauferlebnisreise mit dem 100 Marathon Club durch die Karibik und Florida

22.01. – 04.02.2014 von Bernd Neumann – Teil 2

 Celebration Marathon war gestern, heute geht es im Rahmen unserer Reise auf die Norwegian Sky, einem Kreuzfahrtschiff mit dem wir in den nächsten Tagen zwischen den Inseln Grand Bahama, Andros und der Privat Insel Great Stirrup Cay kreuzen und auch ankern werden. Vorher heißt es jedoch rund 350km südlich nach Miami.

 Die Bahamas sind eine Inselgruppe im Atlantik nahe der Südostküste der USA/Florida. Sie sind eine große Inselgruppe mit vielen kleinen Inseln sowie 2.400 Cays und erstrecken sich über 750km Ost/West. Eine genaue Zahl ist kaum zu ermitteln da viele Inseln nur wenige Meter unter Wasser mit einander verbunden sind. Mit knapp 6.000 qkm ist die Insel Andros mit der Hauptstadt Nassau die größte Insel.

 Vom Flughafen wo wir  unser Auto abgaben ging es runter zum Hafen und nach vielen Formalitäten aufs Schiff. Die Norwegian Sky ist ein Kreuzfahrtschiff für 2000 Passagiere. Das 1999 erbaute Schiff wurde 2008 renoviert und sehr luxuriös ausgebaut. Von den insgesamt 14 Decks sind 9 für die Gäste mit allem Komfort ausgestattet. Rund 900 Personen kümmern sich rund um die Uhr für die Gäste.

 Nachdem wir unsere Kabine bezogen haben ging es aufs Oberdeck wo schon einige sonnenhungrige Gäste waren. Von hier oben hat man auch einen herrlichen Blick auf Miami über den berühmten MacArthur Causeway wo viele Hawaii-Serien gedreht wurden. Im Hintergrund ist der Stadtteil Miami Beach mit seinem Art Deco-Viertel und dem weltberühmten Strand. Hier wurden auch die 113 Episoden der Fernseh-Serie Miami Vice in den Jahren 1984 – 1989 gedreht und machte Miami damit weltberühmt.

 Gegen 17 Uhr lief dann unser Schiff aus. Es ging am MacArthur Causeway entlang bis zur Spitze wo der Beach anfängt. Hier vom obersten Deck hat man eine herrliche Aussicht auf die Silhouette der Stadt die dann immer kleiner wird je weiter wir ins offene Meer fahren. Wunderschön ist auch der Sonnenuntergang über Miami mit seinem tollen Farbenspiel.

 An unserem ersten gemeinsamen Abend auf dem Schiff trafen wir uns in einem der Restaurants um gemeinsam zu speisen.

 Nach einer Seefahrt durch die Nacht legten wir am nächsten Morgen im Hafen Freeport an der Insel Grand Bahama an. Von unseren 8 Teilnehmern wollten am frühen Morgen 6 Marathonis die 42,2km unter die Beine bzw. unter die Schiffsplanken nehmen. Bootslänge 258m – Bootsbreite 32m.

Norwegian Sky Cruise Bahamas Marathon

 Da das Schiff im Hafen von Freeport auf den Bahamas liegt, also in Gewässern des Staates Bahamas liegt und auch noch in Nassau zugelassen ist gibt es auf dem Schiff einen Nowegian Sky Bahamas Marathon.

 Kurz nach 8 Uhr machten sich dann Rene Wallesch, Karl-Wolfgang Baumgarten, Hajo Meyer, Sigrid Eichner, Jürgen Kuhlmey und ich auf die Strecke. Jetzt werden einige fragen wie kann man denn so eine Strecke und vor allem wo kann man diese Strecke laufen. Die Antwort ist, es gibt auf dem Deck 6 eine Walking-Runde von 1.510 Feet oder 460 Meters. Eine Meile sind 3,5 Runden und multipliziert man die Runde von 460 Metern mit 92 Runden so kommt man auf die Marathonlänge.

 Der Startplatz ist an einer wenig belaufenen Ecke wo jeder seine Getränke hinstellen kann. Einen sogenannten Schreibtisch auf einem Müllcontainer ist auch gefunden wo jeder seinen Zettel und Schreiber hinlegt. Gleich nebenan gibt es einen Eingang zum Deck 6 wo sich auch Toiletten befinden zum Entladen oder auch zum Kühlen mit dem Wasser. So nun ist eigentlich an alles gedacht.

 Jürgen macht noch ein Briefing mit uns vor dem Start. Es folgen noch ein paar obligatorische Fotos, dann noch die Startzeit notieren und los geht es. Schon nach wenigen Metern trennt sich die Gruppe und jeder läuft sein eigenes Tempo.

 Unser Startplatz liegt direkt unterhalb der Rettungsboote und noch auf der Schattenseite des Bootes. Der Blick übers Wasser geht zuerst zur Hafenanlage mit den Kränen und Containern. Es ist zwar auf dieser Seite schattig aber die Temperaturen liegen auch schon am Morgen über 20 Grad.

 Ja, es müssen 92 Runden gelaufen werden und das ohne sich zu verzählen. Damit dies auch nicht vorkommt hat sich jeder Läufer einen Zettel gemacht wo er nach 5 Runden seine Zeit einträgt bzw. sich Striche macht.

 Schon nach rund 100 Metern weißt uns ein Schild darauf hin, das wir nur zwischen 8:00 Uhr AM und 8:00 PM laufen dürfen. Das passt ja, denn bis 8 Uhr abends wollten wir auch längst fertig sein. Hier kurz vorm Bug des Bootes geht es ein Stück abwärts und dann in den dunklen vorderen Teil des Bootes. Vorsicht beim queren des vorderen Teils des Bootes, denn es gibt hier einige Türen die zum Gang sich öffnen wo Leute der Besatzung ab und zu rein und auch rauskommen. Dann auf der anderen Seite kommt der kleine Anstieg und auch die Sonne. Jetzt helfen auch keine Rettungsboote über uns, die Sonne ist heute Morgen schon sehr aktiv.

 Auf dieser Sonnenseite haben wir einen Blick über die Hafenanlage Freeport mit ihren vielen kleinen Ständen für die Touris. Wem das nicht reicht kann auch in den Ort fahren um mehr Geld auszugeben. Mir wurde gesagt, dass dieser Ankerhalt nicht so attraktiv ist und so ist es auch ok. mit dem Marathon gleich am ersten Ankertag.

 Dann geht es ums Heck wo wir wieder den Blick auf den Containerhafen haben. Es geht vorbei an der Schiffsflagge die mich ein wenig verwundert, denn so ein Land kenne ich nicht. Des Rätsels Lösung ist, in der norwegischen Flagge der Reederei ist im oberen linken Viertel die Bahamasflagge als Land der Schiffszulassung. Kurz danach ist die erste Runde und damit die ersten 460 Meter geschafft. Ab jetzt sind es nur noch 91 Runden.

 Noch 91 einsame Runden, nein. Nun der große Vorteil ist das man eigentlich nie alleine läuft, denn man wird überrundet bzw. überrundet laufend Teilnehmer und dann gibt es ja auch noch Läufer bzw. Walker die hier ihre Runden drehen. Von unserer Gruppe waren auch noch Ingrid Kuhlmey (ca. 5km) und Emely Wallesch (ca. 10km) unterwegs.

 Das 92 Runden leicht oder locker zu laufen sind stimmt nicht, man muss schon psychisch stark sein so ein Rennen zu machen. Die ersten Runden gehen ja noch relativ locker aber die Sonne gibt nicht auf uns auszutrocknen und so heißt es oft einen Stopp auf der Toilette und den Körper runterkühlen. Dann wieder weiter.

 Ich laufe mit jedem Teilnehmer immer wieder ein paar Runden und wir unterhalten uns. So wird es auch nicht langweilig. Dann beginnt das Rechnen, nach 23 Runden habe ich das erste Viertel geschafft. Aber was sind 23 Runden wenn ich noch 69 Runden vor mir habe. Also weiter wieder mal ne Runde mit jemand laufen.

 Dann ist es endlich soweit die 46. Runde ist geschafft es ist Halbzeit, aber noch 46 Runden sind zu laufen. Dann kommt der wichtige Punkt es sind 50 Runden geschafft. Erst jetzt geht es abwärts mit den Runden.

 Ingrid und Emely sind schon fertig mit ihren Runden und können zum 2. Frühstück ans Oberdeck. Wir sind noch lange unterwegs. Jürgen muss leider nach über der ersten Hälfte aufgeben wegen Schmerzen. Schade, aber Gesundheit geht vor.

 Die nächsten Runden zwischen 60 und 70 werden immer länger, denn man muss öfters kühlen und auch sind ab und zu Gehpausen jetzt notwendig. Der Kopf ist noch frisch und so geht es weiter. Rene ist schon fertig. Er hat über 10 Runden Vorsprung rausgelaufen. Macht nichts, Hajo und Sigrid sind noch hinter mir und die haben noch mehr zu laufen wie ich. Dann kommt Wolfgang zu seiner letzten Runde, er hat mich 5 Mal überrundet. Für mich heißt das, ich habe nur noch die letzten 5 Runden. Es gäbe auch noch die Möglichkeit auf 100 Runden zu erhöhen um einen Ultra zu haben. Nein, so weit denkt mein Kopf nicht und diese Hitze, Entschuldigung nach Deutschland bei uns ist es über 25 Grad jetzt an Deck und der Schatten wird weniger.

 Jetzt kommt auch für mich die letzte Runde. Es ist geschafft, 92 Runden und damit ist der Marathon nur 48 Stunden nach dem Celebration-Marathon auch geschafft. Noch schnell die Endzeit notieren und die Gesamtzeit ausrechnen. Na die ist dann doch nicht so berühmt aber nur 48 Stunden nach dem letzten Marathon und noch unter 6 Stunden bei dieser Hitze ist ok. Hajo und Sigrid die machen noch ihre Runden fertig, so dass wir am Abend alle einen neuen Marathon abhaken können.

Ergebnis des 1. Cruise-Marathon am 28.01.2014:

René Wallesch 4:47:57 – Karl Wolfgang Baumgarten 5:28:10 – Bernd Neumann 5:54:07

Hajo Meyer 6:15:45 - Sigrid Eichner 6:43:23 - Jürgen Kuhlmey DNF

Emily Walesch ca. 10km - Ingrid Kuhlmey ca. 5 km

 Den restlichen Nachmittag gingen Wolfgang und ich noch in den Port Lucaya den Hafen von Freeport. Hier gibt es nur Verkaufsbuden von Andenken, Essen und Trinken und eine Lifeband spielt Karibik-Musik.

 Ca. 2km hinter dem Port Lucaya liegt die Stadt Freeport wo rund 50.000 der 75.000 Insulaner wohnen. Nach Süden hin gibt es auch mehrere schöne Sandstrände. Freeport ist die zweitgrößte Stadt der Bahamas. Die gesamte Insel ist 154 km lang aber nur ca. 27km breit. Es gibt einen Highway zum West Ende und einen der im Osten an den Cays endet.

 Um 16:30 müssen alle an Bord sein, denn um 17 Uhr legt das Schiff ab.

 Es geht wieder mit dem Schiff durch die Nacht zur nächsten Insel nach New Providence. Hier ankern wir heute im Hafen der bedeutendsten und größten Stadt der Inselgruppe, Nassau. Sie ist mit rund 250.000 Einwohnern auch gleichzeitig die Hauptstadt mit Regierungssitz. Gleich hinter dem Hafen beginnt auch schon die Stadt und so können Wolfgang und ich heute alles fußläufig machen.

 Während heute nur Rene, Hajo und Sigrid ihren 2. Cruise Norwegian Sky Marathon laufen gehen wir runter auf Deck 3 zur Gangway. Wenn man dann so neben dem Schiff steht sieht man was für ein Riesenkasten das eigentlich ist, denn von den 14 Decks schauen 11 aus dem Wasser.

 Schaut man beim Verlassen des Kais in Richtung Meer fällt der Blick auf die Insel Paradise Island. Hier überragen die Royal Towers vom Hotel Atlantis die Insel. Das Pendant dazu steht in Dubai auf der Palmeninsel. Das Atlantis Royal Towers ist eine gigantische Hotelanlage mit 2.317 Zimmern und Suiten. Das größte und teuerste ist die zwei Türme verbindente Bridge Suite mit 600 qm und 25.000 $ die Nacht. Die Außenanlagen und Pools sind überdimensional. Hier kann man sogar mit Delphinen schwimmen.

 Wir verlassen das Hafengelände und kommen über den Rawson Square auf die große Bay Street. Gegenüber von dem kleinen Park steht ganz in rosa das House of Assembly. Diese Parlaments- oder auch Versammlungshaus steht hier im Zentrum der Stadt an der Parliament Street. Vor dem Gebäude steht eine weiße Statue von Queen Victoria die zeigt das die Engländer hier ihre Spurenhinterlassen haben wie z. b. den Linksverkehr.

 Über die Sands Road vorbei am Krankenhaus kommen wir an den Fuß des Hügel Bennet auf dem die Festung Fincastle steht. Unser Weg führt uns in eine Schlucht. Es ist wie ein eintritt in eine ganz andere Welt. Man fühlt sich wie bei Indiana Jones im Dschungel. Am ende dieser Schlucht mit ihren über 30m hohen Wänden befindet sich eine 65-stufige Treppe. Diese Queen’s Staircase wurde von 1793 bis 1994 durch Sklaven in den Kalkstein mit primitiven Äxten gehauen. Heute ist sie die meist besuchte Sehenswürdigkeit, früher ermöglichte sie eine kürzer Strecke um zum Fort Fincastle zu gelangen.

 Oberhalb der Treppe beginnt auch schon das Fort Fincastle eines der drei großen Forts auf der Insel. Neben den Fincastle gibt es auch noch das Fort Charlotte und das Fort Montagu.

 Auf dem obersten Plateau steht der große alter Water-Tower der die Insel überragt. Gleich daneben gibt es viele Verkaufsstände für Essen, Trinken und natürlich auch Handicrafts der Einwohner. Hier kann man auch Stroharbeiten der bahamesischen Frauen kaufen. Sehr beliebt bei den Touristen sind Hüte und Taschen aus geflochtenem Stroh oder Sisal. Sie werden aus der Spitze der Palmen hergestellt und sehr kunstvoll verarbeitet. Jede größere Insel hat ihren eigenen Strohmarkt wo aber auch T-Shirts, Modeschmuck oder Schnitzereien verkauft werden. Der Strohmarkt in Nassau ist heute unter einem großen Zelt auf dem ehemaligen öffentlichen Markt der 1974 leider einem Feuer zum Opfer viel.

 Vom 1793 erbauten Fort Fincastle aus hat man einen guten Blick runter zum Hafen und über weite Teile der Insel. Neben den alten Mauern stehen noch zwei 24-Pfünder. Von dort gehen wir runter zur Stadt vorbei an alten schönen bunten Kolonialhäusern. Unterwegs begegnen uns die weißen Kutschen die einem das Flair der alten Zeiten von hier wiedergeben.

 Rund um die Bay Street findet man die wohl schönsten und ältesten Häuser aus der Kolonialzeit. Noch bevor die Engländer im 18. Jh. Woodes Rogers als königlichen Gouverneur von Nassau einsetzten waren die Inseln Piratennester. Nach der amerikanischen Unabhängigkeit von England wurden auf den Inseln Plantagen angelegt die von Sklaven bearbeitet werden mussten. Nachdem England die Sklaverei verbot blieben jedoch viele der Bewohner als freie Menschen auf den Inseln.

 Zeugen der ehemaligen Piraten findet man noch im Piraten-Museum. Hier kann man auch eine Zeitreise unternehmen zu den wohl bekanntesten Piraten die hier auf der Insel lebten, Edward Teach (auch als Blackbeard bekannt), Mary Read und Anne Bonney (berüchtigte weibliche Piraten). Es gibt auch eine interessante Webseite wo man über die Anfänge der Piraterie wie z. B. das Plündern von gestrandeten Schiffen sowie den planmäßigen Überfällen auf Handelsschiffe verfolgen kann. Im Museum gibt es einen Nachbau des wohl berühmtesten Piratenschiffes, der Revenge. Der Dreimaster war mit 40 Kanonen bewaffnet. Hier im Museum kann man mit Bildern und Soundeffekten die Zeit nacherleben.

 An der Bank Lande beim Senatsgebäude standen viele schwarze große Limousinen. Unter anderem auch das Auto vom Präsidenten mit der Nr. 1.

 Unten am Hafen gibt es ein interessantes Restaurant, das Senior Frogg. Interessant sind die Barhocker oder auch die Deckendeko mit den Schwimmreifen.

 In der Bay Street sind auch die meisten Schmuckgeschäfte. Fast jeder zweite Laden ist klimatisiert und wirbt für seine Spitzenpreise für Juwelen und Diamanten. Da die Stadt fast ausschließlich von Touristen lebt kann man hier günstig zollfrei einkaufen. Die Bay Street ist auch bekannt für seine vielen Bars, Restaurants, Cafes und Lokale die zu einer Pause einladen. Hier kann man auch Meeresfrüchte und Fische genießen. Auffallend sind auch die vielen Polizisten die fast an jeder Kreuzung patrouillieren.

 In der Charlotte Street, einer kleinen Gasse entdecken wir das Hardrock Cafe. Im ebenerdigen Geschoss sind viele Rockandenken ausgestellt sowie ein Shop. Im oberen Geschoss befindet sich ein sehr großes Restaurant was jedoch kaum besetzt war. Für Rockfans ein muss auf der ganzen Welt.

 Dann schlenderten wir langsam zum Hafen. Rund um das Hafengelände waren wieder viele weiße Kutschen unterwegs  um die faulen Touristen durch die Hauptstadt zu fahren.

 Nachdem wir wieder zurück auf dem Schiff waren gingen die meisten hoch auf das Oberdeck, denn es gab wieder eine Hafenausfahrt zu bestaunen. Bei sonnenuntergang legte unser Schiff dann ab.