Melbourne Marathon Florida USA

Urlaub im Sunshine Staate Florida und an den Traumstränden auf den Bahamas

 

Lauferlebnisreise mit dem 100 Marathon Club durch die Karibik und Florida

22.01. – 04.02.2014 von Bernd Neumann – Teil 3

 Man könnte sagen: aller guten Dinge sind drei und so laufe ich innerhalb von 8 Tagen auch meinen 3. Marathon. Unsere Reise führte uns von Miami über Fort Lauderdale nach Melbourne. Es ist kein Schreibfehler, denn in Florida ca. 100km südlich von Orlando gibt es eine Stadt Namens Melbourne. Ihren Ursprung hat die Stadt überwiegend durch ehemalige Sklaven bekommen. Nach dem Bürgerkrieg 1867 haben sie unter dem Namen Crane Creek diesen Ort benannt. Den Namen Melbourne bekam sie in Erinnerung an ihren ersten Postminister der überwiegend in Melbourne Australien gelebt hat.

 Am Samstag fuhren wir dann nach zum Hilton Hotel Beach Oceanfront. Auf dem Weg zur vorgelagerten Inselfront kamen uns auf der 5th Avenue beim Überqueren der Brücke Läufer entgegen. Da die komplette Veranstaltung über 2 Tage geht sind dies die 5km (Zeiten zwischen 16 ½ und 61 Min.) und 8km Läufer (Zeiten zwischen 27 und 98 Min.) die am Samstag gestartet sind.

 Im Foyer des Hilton gibt es die Startunterlagen bzw. sind die Nachmeldungen möglich. Da ich noch nicht gemeldet war mussten wir 125 US$ zahlen. Hier gab es auch einen Stand vom USATF der nationalen Vereinigung, denn er morgige The Publix Melbourne Music Half-Marathon is the official 2013 USA Masters Half-Marathon Championship.

 In einem kleinen Saal nebenan war eine kleine Expo aufgebaut wo wir auch schon im Vorfeld unsere Funktions-Shirts sowie einen Stoffbeutel vom Hauptsponsor einer großen Marktkette erhalten. Auch hier hatte sich rumgesprochen das eine kleine Gruppe aus Deutschland vom 100MC kommt und einige Teilnehmer unserer Gruppe sogar vom letzten Jahr her erkannt wurden. Durch unsere enorme Sammleranzahl von über 5.200 Marathons wurden wir auch hier von Stand zu Stand als begehrtes Fotoobjekt weitergereicht.

 Anschließend sind wir noch die A1A weiter in nördliche Richtung gefahren bis wir aus der Stadt waren. Hier schließt sich dann der Pelican-Beach-Park an. Nun sind wir raus aus dem Auto und an den Strand gegangen der hier nicht so stark besucht ist wie zu anderen Jahreszeiten. Sonnig und warm ist es heute aber auch und zum Baden gehen auch ideal.

 Am Strand gab es auch viele Vögel aber bisher keine Pelikane. Erst auf dem Weg zum Quartier waren neben uns Pelikane aufgetaucht die uns ein Stück begleiteten.

 Interssant sind auch immer wieder die schönen Nummernschilder der Autos aus den verschiedenen Staaten der USA.

 Heute am Marathontag heißt es auch früh aufstehen. Der Start ist um 6:30 Uhr AM. Das Auto kann stehenbleiben, denn es sind nur rund 500m bis zum Start vom Hotel aus und so können wir ganz gemütlich gegen 6 Uhr vom Hotel los.

 Der Startplatz ist auf der E Strawbridge Ave kurz vorm Bahnübergang. Hier sammeln sich die rund 250 Marathonis. Auch einige der Halbmarathonis sind schon hier was man an der unterschiedlichen Farbe auf der Startnummer erkennen kann. Trotz der frühen Stunde sind es schon um die 22 Grad Celsius. Das wird aber so nicht bleiben es wird noch die 30 Grad übersteigen im Laufe des Wettkampfes.

 Auch heute wird es vor dem Start ganz feierlich, denn ein Soldat von der nahegelegenen Airbase singt zur ausgerollten Nationalflagge die Hymne. So nun ist alles ok und der Start kann erfolgen.

 Obwohl wir kurz vor der Strawbridge stehen biegen wir kurz nach dem Start links ab auf die 1, den Harbor City Boulevard ab. Schon nach rund ½ Meile kommt die erste Lifemusik von einer Rockband in unsere Ohren. Echt super schon um diese Zeit und damit wird auch der Marathontitel das es sich um einen Music-Marathon handelt gleich real. Insgesamt sind in der Runde mehr wie 20 verschiedene Lifebands an der Strecke. Es gibt zwar unterschiedliche Musikrichtungen aber keine Blasmusik oder Spielmannszug. Es gibt Rock-Musik die einen auch antreibt.

 Nach der ersten Meile kommen wir direkt neben den Indian River, der noch ganz im Dunkeln bzw. Morgengrauen mit viel Nebel bedeckt ist. Nach knapp 2 Meilen kommt schon die erste Wasserstation. Da es heute heiß werden wird ist also schon rechtzeitig trinken angesagt. Unterwegs gibt es auf großen Tafeln aufbauende Sprüche wie z.B. : „A Man is noth finished when hi is defeated. He is finished when he quits” (Richard N. Nixon).

 Ein Stück weiter kommen Dudelsackklänge aus dem Nebel. Dann erscheint vor mir ein Läufer in Rosa mit der Aufschrift „Harry 50 & DC. Es ist der 73-jährige Harry Hoffman jr. Der heute in 5:55 finishen wird. Im Laufe des Rennens sind wir uns noch oft begegnet und haben auch mal ein Schwätzchen gehalten.

 Kurz vor Beendigung der 3. Meile biegen wir ab in eine kleine Wohnsiedlung zwischen Indian River und Eau Gallie River. Diese kleine Schleife laufen wir nur in der 1. Runde. Damit sich keiner verläuft gibt es auch in der Siedlung Hinweisschilder auf die Race Route.

 Dann folgen wir wieder dem Harbor City Boulevard. An der Shady Lane biegen wir ab wo uns Nietzshe aufmuntert mit: „What does not destroy me, makes me strong“. Hier gibt es auch wieder Flüssiges und was auf die Ohren mit lauter Rockmusik.

 Hier in der Siedlung kurz vor Meile 5 überhole ich Sigrid Eichner. Dann beginnt der Aufstieg zur 1. Brücke der Eau Gallie Bridge die uns hoch über den Indian River führt. Wie hoch diese und die noch folgende Brücke sind sieht man erst wenn man den Blick seitlich drauf hat.

 Oben auf der Brücke steht Bruce Marion mit seinem Piano und über ihm schwebt eine Drone. Ob es der CIA oder das FBI ist wissen wir nicht oder gilt es nicht uns sondern wird der Pianospieler überwacht ob seine Stücke auch nicht amerikafeindlich sind. Er muntert uns auf jeden Fall auf in seinem noch nebeligen Umfeld. Auch der Blick, den wir gestern beim Überqueren hatten, zur anderen Brücke über den hier breiten River bleibt uns im Nebel verschlossen. Der Nebel hat bis jetzt aber auch noch den Vorteil, dass dadurch die Sonne nicht so sehr durchdringt und uns noch einige Grad fernhält. Die Frage ist wie lange noch.

 Hinter der Brücke ist Meile 6 geschafft und kurz danach überlaufen wir eine Zeitmatte beim Staffelläuferwechselpunkt. Hinterm Wasser biegen wir ab gen Süden auf den Riverside Drive. Hier gibt es wieder Rockmusik und das gleich zwei Mal kurz hintereinander. Dann erfreuen meine Augen eine junge Familie, wo die beiden Söhne ein T-Shirt tragen auf dem ganz groß der Bundesadler ist und auch der Schriftzug Deutschland steht. Ich gebe mich als German zu erkennen und bekomme ein Lächeln und natürlich ein Foto.

 Weiter geht es jetzt ewig lang den Drive runter gen Süden unterbrochen von vielen Bands. Auf diesem Stück überholen mich jetzt die Halbmarathonis die rund eine halbe Stunde nach uns gestartet sind. Der nächste Stopp ist der Haribo Gummi Bears Stop. Hier haben die Helfer einen riesigen Tisch mit Bechern bereit in denen sich Original Haribo Gummibärchen befinden. Ich greife zu und nasche die kleinen bunten Bärchen auf dem nächsten Kilometer.

 Es folgt das Meile 9 Schild und am Drive lenken einem jetzt die tollen Villen links und rechts der Straße ab. Meile 10 und weiter geradeaus. Diesmal ist die Abwechslung der tätowierten Läuferrücken. Dann kurz vor der 5th Avenue biegen wir durch eine Nebenstraße direkt an den Fluss ab und laufen ein Stück bis zum Beginn unserer 2. Brücke die erst kurz vor uns auf dem Nebel auftaucht.

 Jetzt heißt es aufwärts über die Brücke. Der Nebel versperrt uns noch immer die Sicht auf die Weite des Rivers, aber er lichtet sich langsam.

  Auf der anderen Seite steht das Meile 12 Schild. Für die Halben noch 1,1 Meilen für uns noch weitere 13,1 dazu. Während wir am Ende der Brücke geradeaus laufen auf der Strawbridge Avenue biegen die Halben links ab auf die New Haven Avenue.

 Wo sich die 1 und die 192 kreuzen biegen wir ab in die 2. Runde. Erst nach einem ganzen Stück auf der 1 kommt das 13-Meilenschild. Jetzt sind es nur noch etwas mehr wie die Hälfte. Die Musiker von heute morgen sind immer noch am Spielen und die fleißigen Helfer reichen immer noch mit viel Freude die Trinkbecher mit Wasser oder Gatorade an. Der Dudelsackspieler hat gewechselt die Läufer besser gesagt die vielen Läuferinnen um mich rum sind zum Teil auch neu.

 Betty, Linda, Cynthia, Lynett oder auch Susie oder Marla sind heute auch wieder zahlreich vertreten. Ins Ziel kommen heute 92 Frauen und 134 Männer. Ja, liebe Europäerinnen nehmt euch ein Beispiel an den Amis, hier treten viel mehr Frauen an im Verhältnis zu den Männern. Nein ich laufe nicht so weit hinten wegen der vielen schönen Marathonfrauen, sondern weil die Beine nicht mehr hergeben aber ich könnte es verstehen denn es wäre ein Grund für einen echten Genusslauf.

 Die Sonne ist da und am nächsten Autohaus auf dem Thermometer steht 90 Grad Fahrenheit (32,2 Grad Celsius). Der Schweiß läuft und ich nutze jede Station um mir viel Wasser über den Kopf zu gießen. Es ist kühlen, kühlen und nochmal kühlen angesagt. Auch wenn ich dadurch Zeit verliere, ankommen ist die Devise.

 Meile 17 auf der Brücke Sonne pur, weiter. Meile 20 die Eagles grüßen uns mit „Kinda bent, but we aint breakin. In the long Run, it‘s a long Run“. Ja, es wird jetzt zum langen Rennen mit viel Hitze.

 Bevor wir vor der 23. Meile wieder durch die Siedlung laufen haben wir jetzt freien Blick auf unsere letzte Brücke und sehen jetzt wie hoch die eigentlich ist. Es wird jetzt aber der 4. und letzte Brückenanstieg. Oben auf der Brücke geht der Blick nach Norden und ganz klein am Horizont ist die andere Brücke die unseren Kreis schließt.

 Hinterm 24 Meilenschild geht es jetzt auch für uns auf die New Harbor Avenue. Jetzt noch unter der Eisenbahn durch und links neben uns begleitet uns ein Stück der Crane Creek. Wir folgen der Melbourne Avenue gen Westen. Dann kommt noch ein Stich in eine kleine Seitenstraße damit wir auch unsere 26,218705013961 Meilen (42,195km) voll bekommen. Nun noch zwei Mal rechts ab und vor uns erscheint das straßenüberspannende Schild MELBOURNE HISTORIC DOWNTOWN. Wir sind zwar schon auf der Zielstraße aber unser Ziel erscheint nur wie ein grüner Punkt am Horizont. Also weiter nur noch geradeaus die Strawbridge Avenue entlang.

 Dann kann ich den Bogen in den Farben grün und gelb immer deutlicher erkennen und drunter durch, geschafft. Ich habe auch meinen 140. Marathon gefinisht. Hinterm Ziel gibt es eine wunderschöne Medaille die man auch als Flaschenöffner gebrauchen kann. Jetzt erst Mal in den Schatten setzen und trinken.

 Hier gibt es nur Wasser aber wir machen uns dann nachdem auch Sigrid und Hajo im Ziel sind auf zur Post Race Party in den Front Street Park. Hier gibt es Pizza, Obst und Bier und viele nette Gespräche.

 Beim Publix Melbourne Marathon Music Weekend kamen 134 Männer und 92 Frauen ins Marathon-Ziel. Bei den Halben finishten 1181 Teilnehmer (708 Female – 473 Male) wobei die langsamste Person 4:23:23 für die 21,1 km benötigte.

Marathon-Sieger.

1.   Adriano Bastos                   Sao Paulo OT                          2:37:22

2.   Chris Cacciapaglia              Melbourne FL                           2:45:01

3.   Scott Clark                         Prince Edward Island OT           2:52:57

 

Marathon-Siegerinnen:

1.   Robyn Miller                       Floridana Beach FL                  3:15:47

2.   Aimee Adams                     Orlando FL                               3:25:52

3.   Angelica Jones                   Jensen Beach FL                      3:27:50

 Dann geht es zu Fuß ins Hotel und Duschen und ein wenig Ruhen. Am Nachmittag fahren Wolfgang und ich die Küste hoch zum Cocoa Beach. Hier sind die Wellenreiter und Surfer zu Hause. Riesige Einkaufstempel erwarten hier den Wassersportler mit einem Angebot das einem die Sprache verschlägt. Der Ron John Surf Shop ist nicht nur der bekannteste sondern auch der z. Zt. weltgrößte Shop. Im Inneren ist ein großes Aquarium mit Moränen und kleinen Haifischen. Aus Cocoa Beach stammt auch der 11-fache Surfweltmeister Kelly Slater.

 Nur ein paar Kilometer nördlich befindet sich Cape Canaveral das Raketenstartgelände der U.S. Air Force. Wir nutzen den Tag jedoch noch mit seinem Spaziergang am Cocoa Beach und beobachten einige Vögel. Heute ist hier am Strand ein Pelikan ganz zutraulich und lässt sich auch ganz nah fotografieren.

 Es folgt der Montag und die wunderschöne Florida Reise mit der Bahamas Kreuzfahrt ist zu Ende. Es sind drei Marathons mit wunderschönen Begegnungen zu Ende. Danke an alle die dies ermöglicht haben.

 Für mich geht es schon mittags los und so fährt mich und Rene Jürgen die rund 65 Meilen zum Airport. Einchecken und warten. Gut das es auf den USA Airports Free Wlan gibt und so vergeht die Wartezeit schnell. Der 1. Flug geht nach Detroit, umsteigen nach Paris und am anderen Mittag bin ich dann zu Hause in Hannover. Schon beim Anflug sehe ich das es hier geschneit hat und das von Florida 30 Grad in die Kälte zurück. Jetzt heißt es noch rund 150km mit dem Auto nach Kassel.

Ende Teil 3