Schon wieder im Sunshine Staate Florida und an den Traumstränden auf den Bahamas 2018

 

Lauferlebnisreise mit dem 100 Marathon Club durch die Karibik und Florida

 

26.01. - 5.02.2018 von Bernd Neumann - Teil 2

 Heute am Mittwoch ist Halbzeit unserer Reise und für die Passagiere ein Relax Tag auf Half Moon Cay. Zwischen den bewohnten Inseln Eleuthera und Cat Island liegt die Insel Little San Salvador, wie sie früher hieß. Diese knapp 10 qkm große Koralleninsel wurde 1996 an das Kreuzfahrtunternehmen Holland-America Line verkauft, die dies zu einer Privatinsel für ihre Kreuzfahrtgäste aus- und umgebaut hat.

 Ein Cay ist eine kleine flache Insel, die sich aus Korallen und Sandablagerungen gebildet hat. Auf den Bahamas gibt es rund 2.400 Cays. Da es hier sehr flach ist müssen wir umsteigen in kleine flache Boote (Tenderboote), die uns zur Insel bringen.

 Von unseren 11 Teilnehmern verewigen sich gleich mal 9 Personen auf einem Gruppenfoto.

 Vom alten Namen San Salvador ist noch ein mächtig großer Torbogen mit der Inschrift Fort San Salvador erhalten. Dahinter befindet sich ein „authentischer Marktplatz“ mit Souvenirgeschäften, sowie ein Sport-Center, Friseur und Kinderspielplatz. Nur einen Steinwurf weiter beginnt der wunderschöne Sandstrand mit kristallklarem Wasser.

 Auch heute sind wieder einige unserer Gruppe, die hier auf der Insel ihren Marathon laufen wollen. Jürgen hat hier eine abgemessene Strecke schon letztes Jahr festgelegt. Heike und Dieter laufen heute nicht und sind so unterwegs die Insel zu erkunden. Ich bin mit Karl-Wolfgang unterwegs auf der Insel. Auf unseren Spaziergängen begegnen uns so immer wieder die Läufer.

 Auf der Innenseite des Halbmondes zieht sich ein langer breiter Strand mit Korallensand. Geht man ein Stück gen Norden verlieren sich die rund 2.500 Gäste und man kann sogar leere Ecken finden.

Das die Menschen auf den Bahamas zu rund 2/3 von Tourismus, meist sogar der Kreuzfahrtschiffe, leben merkt man auch hier auf der Insel. Hier im oberen Teil befindet sich eine Pferdekoppel wo man Pferde mieten kann. Damit die meist fetten Touris auch auf die Gäule kommen gibt es eine Treppe zum Aufstieg.

 Schlimm wird es aber dann noch, wenn die Gruppe mit oft übergewichtigen Menschen mit den Pferden bis zum Hals durchs Wasser laufen. Eigentlich sind Pferde Landtiere und keine Wassertiere, was wohl vielen hier nicht bekannt ist.

 Ganz in der Nähe gibt es auch eine Hängematte, die ich ausgiebig genieße. Dann gehen Wolfgang und ich wieder ein Stück zurück auf der Laufstrecke, wo uns mal wieder unsere Läufer begegnen.

 Unser Rückweg führt uns zum Water Sports Center auf der anderen Seite der Insel zur Bonefish Lagoon. Hier kann man gegen Entgelt (es wird mit der Schiffskarte bezahlt) Kajak fahren oder auch ein Jet-Ski mieten.

 Wir folgen dem Weg weiter wo uns auch wieder unsere Läufer begegnen. Nicht sehr weit gibt es einen Wasserbereich von ca. 20x40 Meter, der eingezäunt ist, wo man hautnah mit dem Stingray (Stachelrochen) in Berührung kommen kann.

 Man könnte sie ja auch anfüttern und nicht einpferchen, aber so geht es wohl einfacher bzw. kostet weniger.

 Vom Stingray-Center führt der Fußweg weiter zum großen Food Pavillon. Essen und Trinken gibt es in verschiedenen Restaurants und Bars. Es gibt hier kostenlos bzw. im Schiffspreis mit drin Hamburger, Hotdogs und Salate, die auf dem Schiff zubereitet werden und dann hier an Land für die Gäste warmgehalten werden. Wer es aufwendiger mag kann auch Lobster gegen Entgelt essen.

 Gegen Nachmittag fahren dann schon die ersten Gäste zurück zum Schiff auf den Tenderbooten. Das Boot liegt hier ein Stück von der Insel majestätisch im tieferen Wasser. Auch die Rückfahrt geht wieder problemlos und die Fahrt geht weiter zum nächsten Punkt.

 Am Abend drehe ich noch ein paar Runden auf dem oberen Deck. Dann treffen wir uns wieder zum gemeinsamen Abendessen im Restaurant.

 Bevor wir uns mal wieder aus der Karte verschiedene Leckereien bestellen führt Jürgen noch eine Siegerehrung durch. Die Teilnehmer am Schiffsmarathon und beim Half Moon Cay Marathon werden mit einer bzw. mehreren Medaillen geehrt.

 Am heutigen Abend gehen Wolfgang und ich ins Theater, wo es eine Show gibt. Die rund 1-stündige Show ist mit viel Musik, Gesang und Tanz verbunden.

 Es geht wieder mit dem Schiff durch die Nacht zur nächsten Insel nach New Providence. Hier ankern wir heute im Hafen der wirtschaftlich bedeutendsten und größten Stadt der Inselgruppe, Nassau. Sie ist mit rund 250.000 Einwohnern auch gleichzeitig die Hauptstadt mit Regierungssitz. Die ehemalige Kronkolonie blieb eine konstitutionelle Monarchie mit Königin Elisabeth II. als Staatsober-haupt die vertreten wird durch Generalgouverneurin Dame Marguerite Pindling. Der Regierungschef ist der Premierminister Hubert Alexander Minnis. Die Bahamas sind durch ihre liberale Steuerpolitik als Billigflagge beliebt und so ist Nassau bei vielen Kreuzfahrtschiffen der Heimathafen.

 Schaut man beim Verlassen des Kais in Richtung Meer fällt der Blick auf die Insel Paradise Island. Hier überragen die Royal Towers vom Hotel Atlantis die Insel. Das Pendant dazu steht in Dubai auf der Palmeninsel. Das Atlantis Royal Towers ist eine gigantische Hotelanlage mit 2.317 Zimmern und Suiten. Das größte und teuerste ist die zwei Türme verbindente Bridge Suite mit 600 qm und 25.000 $ die Nacht. Die Außenanlagen und 11 Pools sind überdimensional. Hier kann man sogar mit Delphinen schwimmen oder auch Felsenklettern. Es gibt hier 21 Restaurants und 18 Bars.

 Gleich hinter dem Hafen beginnt auch schon die Stadt und so kann man hier alles fußläufig erkunden. Über den Rawson Square gehen wir zum rosa House of Assembly. Dieses Parlaments- oder auch Versammlungshaus steht hier im Zentrum der Stadt an der Parliament Street. Vor dem Gebäude steht eine weiße Statue von Queen Victoria die zeigt, dass die Engländer hier ihre Spuren hinterlassen haben wie z. B. auch den Linksverkehr.

 Über die Sands Road vorbei am Krankenhaus kommen wir an den Fuß des Hügel Bennet auf dem die Festung Fincastle steht. Unser Weg führt uns in eine Schlucht. Es ist wie ein Eintritt in eine ganz andere Welt. Man fühlt sich wie bei Indiana Jones im Dschungel.

 Am Ende dieser Schlucht mit ihren über 30m hohen Wänden befindet sich eine 65-stufige Treppe. Neben der Treppe befindet sich der einzige Wasserfall auf den Bahamas. Er wurde künstlich angelegt, ist aber meist ohne Wasser zu sehen.

 Diese Queen’s Staircase wurde von 1793 bis 1794 durch Sklaven in den Kalkstein mit primitiven Äxten gehauen. Heute ist sie die meist besuchte Sehenswürdigkeit. Früher ermöglichte sie den Menschen einen kürzeren Weg, um zum Fort Fincastle zu gelangen.

 Oberhalb der Treppe beginnt auch schon das Fort Fincastle eines der drei großen Forts auf der Insel. Neben den Fincastle gibt es auch noch das Fort Charlotte und das Fort Montagu. Auf dem obersten Plateau steht auch der große alter Water-Tower der die Insel überragt. Gleich daneben gibt es viele Verkaufsstände für Essen, Trinken und natürlich auch Handicrafts der Einwohner. Hier kann man auch Stroharbeiten der bahamesischen Frauen kaufen. Sehr beliebt bei den Touristen sind Hüte und Taschen aus geflochtenem Stroh oder Sisal, die sehr kunstvoll verarbeitet werden. Jede größere Insel hat ihren eigenen Strohmarkt wo aber auch T-Shirts, Modeschmuck oder Schnitzereien verkauft werden.

 Am Fort gibt es einen Kokosnus-Verkäufer der mit einem gezielten Schlag die Nuss öffnet. Dieter will den Mann runter handeln, der lässt sich jedoch nicht darauf ein.

 Vom 1793 erbauten Fort Fincastle aus hat man einen guten Blick runter zum Hafen und über weite Teile der Insel. Neben den alten Mauern stehen noch zwei 24-Pfünder.

 Nach unserem Rundgang um die Festungsanlage gehen wir wieder zu Queen’s Staircase. Gerade von hier oben sieht man bzw. erahnt man was das für eine enorme Arbeit war diese Schlucht in den Stein zu hauen.

 Durch die Schlucht gehen wir runter zur Stadt vorbei an alten schönen bunten Kolonialhäusern. In einem Park stehen große Palmen mit großen Fruchtständen.

 Auf unserem Weg zur Altstadt runter kommen wir am Princess Margaret Hospital vorbei. Die Stadt wurde 1695 als Charles Towne gegründet. Schon 2 Jahre später befanden sich auf der Insel New Providence Island 160 Häuser, 1 Kirche und 2 Regierungsgebäude. 1844 wurden schon 8.000 Einwohner gezählt und heute nimmt die Stadt fast die ganze Insel ein. Heute leben die Menschen hier von den Touristen der Kreuzfahrtschiffe und den Urlaubern, die wegen der Strände und Tauchparadise kommen.

 Für den Tourismus sind auch die fast gleichbleibenden Temperaturen übers Jahr wichtig. Es gibt kaum Niederschlag und das Wasser ist auch im Winter bei 24 Grad ideal zum Baden. Aus der Kolonialzeit der Briten gibt es noch viele typische Gebäude in den Pastellfarben. Unterwegs begegnen uns die weißen oder auch roten Kutschen, die einem das Flair der alten Zeiten von hier wiedergeben.

 Fast jeder zweite Laden ist klimatisiert und wirbt für seine Spitzenpreise für Juwelen und Diamanten. Da die Stadt fast ausschließlich von Touristen lebt kann man hier günstig zollfrei einkaufen. Die Bay Street ist auch bekannt für seine vielen Bars, Restaurants, Cafes und Lokale, die zu einer Pause einladen. Hier kann man auch Meeresfrüchte und Fische genießen. Auffallend sind auch die vielen Polizisten, die fast an jeder Kreuzung patrouillieren.

 Rund um die Bay Street findet man die wohl schönsten und ältesten Häuser aus der Kolonialzeit. Noch bevor die Engländer im 18. Jh. Woodes Rogers als königlichen Gouverneur von Nassau einsetzten waren die Inseln Piratennester. Nach der amerikanischen Unabhängigkeit von England wurden auf den Inseln Plantagen angelegt, die von Sklaven bearbeitet werden mussten. Nachdem England die Sklaverei verbot blieben jedoch viele der Bewohner als freie Menschen auf den Inseln.

 Bei Dunkin Donuts an der Cumberland Street machen wir eine Pause mit Kaffee und kostenlosem Internetzugang. Anschließend gehen wir in die Georg Street zum Piraten Museum.

 In die Welt der Seeräuber des 17. Jh. wird man hier im Piraten-Museum entführt. Hier kann man auch eine Zeitreise unternehmen zu den wohl bekanntesten Piraten, die hier auf der Insel lebten, Edward Teach (auch als Blackbeard bekannt), Mary Read und Anne Bonney (berüchtigte weibliche Piraten). Es gibt auch eine interessante Webseite wo man über die Anfänge der Piraterie wie z. B. das Plündern von gestrandeten Schiffen sowie den planmäßigen Überfällen auf Handelsschiffe verfolgen kann. Im Museum gibt es einen Nachbau des wohl berühmtesten Piratenschiffes, der Revenge aus dem 18. Jahrhundert. Der Dreimaster war mit 40 Kanonen bewaffnet. Hier im Museum kann man mit Bildern und Soundeffekten die Zeit nach-erleben. Die wohl unsichersten Jahre in der Karibik waren zwischen 1690–1720.

 Anschließend besuchen wir die in der Nähe stehende Christ Curch Kathedral. 1670 stand hier die erste Kirche auf den Bahamas. Das heutige Gebäude ist die 5. Kirche an diesem Ort da die Vorgängerbauten durch Brände sowie durch spanische Invasionen zum Opfer fielen.

 Das Kirchenschiff wurde 1841 aus Kalksteinblöcken errichtet, die hier in der Nähe gewonnen wurden. Bemerkenswert ist hierbei das die Blöcke nicht durch Zement, sondern auf Grund ihrer Größe und Gewicht zusammenhalten. Im Inneren ist der Boden aus Italien importierten Marmor. Sehenswert sind auch die schönen Glasfenster mit den verschiedenen Motiven.

 Wir gehen anschließend runter zum großen Platz am Pompey Museum. Hier hat Jürgen einen Versorgungs-stand für unsere Marathonläufer aufgebaut. Er und seine Frau versorgen die Läufer.

 Das große rosafarbene Gebäude ist das Pompey Museum nach einem Sklaven, der in Steventon auf der Insel Exuma lebte, benannt. Das 1796 erbaute Gebäude diente früher als Marktplatz in dem auch Sklaven verkauft wurden. Die Dauerausstellung ist den afrikanischen Sklaven mit vielen Gegenständen gewidmet.

 Wir machen bei unseren Läufern einen Zwischenstopp, um ein Schwätzchen zu halten. Von diesem Platz hat man auch einen Blick zum Kreuzfahrtanleger wo verschiedene riesige Kreuzfahrtschiffe liegen.

 Auf der anderen Seite des Platzes direkt am Wasser gibt es ein interessantes Restaurant, das Senior Frogg. Interessant sind die Barhocker oder auch die Deckendekoration mit den Schwimmreifen.