6. Schloss Marienburg Marathon 2018

Im Welfenland durchs Märchenschloss von Königin Marie

 

 

24.11.2018 von Bernd Neumann

 Es war einmal ein König, der ließ für seine Königin ein romantisches Märchenschloss erbauen. Da er sehr großzügig war sollte das Schloss 160 Zimmer und viele verspielte Wach- und Wehrtürme sowie eine Kapelle und einen wunderschönen Park bekommen. Seine Königin hatte den Namen Marie und so nannte er auch den Berg, auf dem es erbaut wurde, Marienberg und das Schloss bekam den Namen seiner Geliebten Schloss Marienburg. Wie wunderschön diese Burg wurde konnte der König leider nie sehen, denn er war von Kindheit an blind.

 Hier rund ums Schloss in seiner Heimat hat der Veranstalter und 100 Marathon-Clubmitglied Heiner Schütte mit seinem Vfl Adensen-Hallerburg seit ein paar Jahren eine schöne Veranstaltung im Marathonkalender Mitte November aufgebaut. Ich war zur ersten Veranstaltung schon hier und war begeistert mit wie viel Liebe und Sachverstand hier eine neue Veranstaltung ins Leben gerufen wurde. Dann 2016 zur 4. Veranstaltung war ich auch hier habe mich jedoch in der Nähe des Schlosses verletzt und musste leider dem Lauf aufgeben. Heute zur 6. Veranstaltung bin ich wieder hier und freue mich schon auf die vielen 100 MC-Mitglieder die ich hier wieder treffe.

 Adensen liegt im Calenberger Land in der Nähe von Hildesheim. Die Laufstrecke ist in Form einer liegenden Acht, wobei der Kreuzungspunkt sehr zentral liegt. Durch diese Streckenanordnung hat Heiner nicht nur die Marathonstrecke, sondern er bietet auch einen Halbmarathon, Staffel (4x10,55km), Partnerlauf (2x21,1km) sowie eine Wander- und Walkingstrecke über 21,1km an. Das Startgeld liegt zwischen 20€ und 25€.

 Während viele kleine Marathonveranstaltungen mit einer Zahl zwischen 60 und 100 sich zufrieden geben müssen wurde Heiner von den Marathonis überrannt. Er hat ein Limit von 200 Teilnehmern für Marathon und das gleiche für den Halbmarathon. Schon einige Wochen vorher musste er vielen Läufern absagen, da das Limit schon überschritten war. Die Teilnehmerliste liest sich wie das Who is Who der Marathonscene. Es kommen viele 100 Marathonclub-Mitglieder zu Heiner. Zur Belohnung erhält jeder 100MC-Läufer eine Bratwurst und ein Bier kostenlos nach dem Zieleinlauf.

 Auch Sigrid Eichner aus Berlin ist heute hier. Sie hält den weiblichen Weltrekord mit über 2.000 gelaufenen Marathons inkl. Ultras.

 Der Start für alle Strecken ist um 10 Uhr, für den Marathon gibt es einen Cut-off von 3h bei Halbzeit, der Zielschluss ist bei 6h + Toleranz des Veranstalters. Es ist kurz vor 10 Uhr und ein großes Läuferfeld von ca. 500 Teilnehmern hat sich am Start eingefunden. Kurze Ansprache und los geht es über die Südstraße in östliche Richtung. Heiner weist nochmal alle Läufer an auf die Straßenverkehrsordnung zu achten und es darf im Wald nicht geraucht werden. Und los geht’s.

 Schon ab dem Start geht die Straße ganz leicht aufwärts. Es geht von der Sporthalle über die Südstraße und Bergwinkelsweg zum Schrotacker, wo wir den Ort verlassen. Ein Stück weiter überqueren wir die B3 und dahinter geht es weiter aufwärts bis zum Waldrand. Hier ist eine herrliche bunte Läuferschlange zu sehen die sich hoch zum Waldrand windet. Auf dem Weg zum Wald ist es noch recht nebelig. Gleich hinter den ersten Bäumen biegen wir nach rechts ab und folgen einem schmalen Pfad den Heiner freigeräumt und markiert hat. Auf dem Waldpfad erfolgt die erste Erholungsphase, was die Steigung betrifft aber dafür müssen wir jetzt auf die vielen Wurzeln aufpassen.

 Wir umrunden den Marienberg und kommen runter über einen schmalen Trail an die K505 neben den Kiess-Seen. Bis 1935 befand sich hier zwischen der Leine und dem Marienberg nur ein schmaler Feldweg. Zur Überquerung gab es nur eine steinerne Brücke, die jedoch für Fahrzeuge zur Burg gesperrt war. Beim Straßenbau der K505 fand man Findlinge, die beschriftet waren und auf die Sachsenschlucht hinwiesen.

 Kurz vorm 5 Km-Schild sind wir unterhalb vom Märchen- und Traumschloss der Welfen, der Marienburg. Gleich hinter der Kurve beginnt eigentlich der Aufstieg über die K 210 (Marienbergstraße) um das Schloss herum auf den Marienberg auf 137m Höhe für Fahrzeuge. Für uns gibt es einen rutschigen schmalen Trail, der uns in vielen Serpentinen nach oben führt.

 Erst bei der letzten Serpentine kommt die Silhouette vom Schloss mit seinen verspielten neugotischen Wach- oder auch Wehrtürmen ins Blickfeld. Juchhuu, der Berg mit seinem starken Anstieg ist geschafft.

 Dann geht es jetzt im Halbkreis ums Schloss. Es zählt zu den bedeutendsten neugotischen Baudenkmälern in Deutschland. Es ist das High-Light der Laufstrecke und wir laufen über die hölzerne ehemalige Zugbrücke, vorbei am Radabweiser, in den Schlosshof. Heute steht der Dudelsackbläser auf der Brücke, er ist wohl schon fertig, da die meisten Läufer durch sind. Schade, dass die langsamen nicht durch die Musik mehr motiviert werden.

 Neben den vielen schönen Gebäuden im Inneren sind besonders die Turmuhr und die Figuren der Radabweiser sehenswert. Ein Radabweiser wurde im 19. Jh. an Ecken von Gebäuden aufgestellt damit die schweren Räder der Kutschen und Fuhrwerke das Haus nicht beschädigen. Der Radabweiser hier erinnert an die Sage von den Zwergen im Marienberg.

 Die Geschichte zum Radabweiser: Ein Musikant aus Elze musste einst bei einer Hochzeit in Jeinsen zum Tanz aufspielen. Anschließend wankte er betrunken heimwärts. Am Fuß des Marienbergs fiel er ins Gebüsch und schlief ein. Da weckte ihn ein wundersamer Gesang, der aus einer Höhle herausschallte. Als er in den Marienberg hineinging, erblickte er einen großen Saal, der vor lauter Gold und Silber glänzte. Dort sangen die Zwerge und tanzten dazu. Der König der Zwerge kam und bat ihn, den Zwergen zum Tanz aufzuspielen. Flugs griff er nach seiner Geige und spielte lange und die Zwerge tanzten und tanzten. Am Ende hielt der Zwergenkönig ein Geschenk in seiner Hand, steckte es dem Musikanten in die Tasche und sagte: Fasse nicht eher in die Tasche, als bis du bei deiner Familie angekommen bist; dann wirst du ein reicher Mann. Auf dem Heimweg nach Elze merkte der Musikant, dass seine Tasche schwer und immer schwerer wurde. Aber er bezwang seine Neugier und griff nicht in seine Tasche hinein. Als er am Stadttor von Elze angekommen war, pöbelte er den Torwächter an: Mit meck kannste deck doch nich mäten. Eck kann jetzt ganz Elze köpen. Als der Torwächter ihn auslachte, griff der Musikant in seine Tasche, um seinen Goldschatz zu zeigen. Wie er aber die Hand aus der Tasche zog, hatte er nur ein paar Roßäpfel darin.

 Königin Marie war maßgeblich an der Bauplanung beteiligt. König Georg V., König von Hannover ließ dieses Geburtstagsgeschenk zwischen 1858 und 1867 erbauen, dass er jedoch nie sehen konnte da er seit seiner Kindheit blind war. Sie konnten sich jedoch nicht daran erfreuen, denn der König und seine Gemahlin mussten noch bevor das Schloss fertig war ins Exil nach Österreich. Jahre später siedelte die Königin mit ihren beiden Töchtern ins Schloss über.

 Nach vielen Jahren des Leerstandes wo nur der Hausmeister das Schloss bewohnte ist es nun aus dem Dornröschenschlaf erwacht. Es ist heute das, was sich Königin Marie immer gewünscht hatte ein kultureller Mittelpunkt für Musik, Kunst und Kultur. Vor rund 200 Jahren ließ Marie in den großen Rittersaal schon eine Fußbodenheizung einbauen und die Schlossküche erhielt fließend warmes und kaltes Wasser. Bei einer Besichtigung des Museums und der prunkvollen Räume kann man dies unter anderen sich ansehen.

 Im Hof stehen zwei Mannshohe Steinfiguren von Ernst August von Braunschweig-Calenberg (1629-1698) und von Heinrich dem Löwen aus dem Geschlecht der Welfen (1142-1180 Herzog von Sachsen und von 1156-1180 Herzog von Bayern).

 Heute gibt es wieder eine Person die schon seit dem 1. Marathon hier als Helfer ist. Es ist Wolfgang Schwabe, der sicherlich vielen als Marathonsammler und auch als ehemaliger Marathon4you Reporter noch bekannt ist. Jetzt heißt es versorgen und Schwätzchen halten mit Wolfgang.

 Dieser km zwischen 5 und 6 hat mich 15 Minuten Zeit gekostet und so hat Sigrid Werner und mich wieder eingeholt. Zeit die ich aber gern investiert habe um einen alten Lauffreund zu begrüßen und mich kurz zu unterhalten. Dann geht es durch das andere Tor aus dem Schlosshof raus in den Nebel. Da Sigrid einen Schuh auf hat hilft ihr Werner beim zubinden, da sie durch ihre Arthrose es sehr schlecht kann. Dann holen die beiden mich wieder ein und wir laufen ein Stück zusammen.

 Es geht durch die Überreste der mittelalterlichen Wallanlagen in den Wald. Vom romantischen Schlosspark um die Burg auf dem viele Wander- und Spazierwege angelegt sind sehen wir wenig, denn wir tauchen in den Wald ein. Für uns geht es gut bewacht durch die Reiterstaffel des Roten Kreuzes über Wanderwege am Schulenburger Berg vorbei und am km7 um den Adenser Berg.

 Unterwegs im Wald gibt es eine Kontrolle, wo wir einen farbigen Strich auf unsere Startnummer bekommen. Die drei netten Herren im Wald haben eine Kiste Bier dabei an der sie sich laben. Für uns gibt es neben dem Strich auf der Startnummer kostenlos schöne laute Rockmusik. Nach einer Schleife durch den Herbstwald kommen wir zum Ende der Burgberg-Runde und es geht wieder abwärts runter zur Bundesstraße und weiter nach Adensen.

 An der Sporthalle haben wir das erste Viertel des Marathons geschafft. Die Staffelläufer haben hier ihren 1. Wechsel. Heiner steht hier an der Versorgung und moderiert die ganze Zeit. Werner, Sigrid und ich sind hier als die Marathon Schlusslichter zusammen und versorgen uns.

 Für uns beginnt nun die genauso lange Westschleife, jedoch mit viel weniger Höhenmetern, aber auch mit weniger Augenschmaus. Wir laufen nun ein Stück durch eine Wohnsiedlung und dann am Feldrain entlang. Am ganz westlichen Ortsrand über den Pussenweg verlassen wir dann Adensen. Erinnerung, Pussensen war einer der ehemaligen Siedlungen die wüst wurden. Hier hängt ein Schild „Jetzt umkehren wäre blöd“. Würden wir auch nie machen. Es geht nun hinaus in den Nebel, der uns über die Felder erstmal in nördliche Richtung am Pussenborn vorbeiführt.

 Wir folgen bis zum km 13 in nördliche Richtung. Die nächsten 7km führen uns durch Natur pur über Feld- und Wirtschaftswege, die sich mit einigen Waldpassagen ablösen. Ein Stück zum Träumen und die Ruhe in Mitten der Felder zu genießen, wäre da nicht der Nebel, der unsere Fernsicht trübt. Am 3. Feldweg hinter dem Pussenborn biegen wir nach links ab und erreichen den Waldrand. Hier wird der Untergrund nun matschig und rutschig. Wie mir Heiner sagt ist der Wald hier sein bevorzugtes Laufgebiet.

 Am 3. Feldweg hinter dem Pussenborn biegen wir nach links ab und erreichen den Waldrand. Hier wird der Untergrund nun matschig und rutschig. Wie mir Heiner sagt ist der Wald hier sein bevorzugtes Laufgebiet.

 Die Kilometer 14 und 15 führen uns durch das Hallerburger Holz, einem Naturschutzgebiet mit der feuchten Senke des Zigeunerwäldchens. Der Name kam durch die Sinti und Roma, die in früheren Jahrhunderten nicht in die Stadt Eldagsen gelassen wurden und sich somit hier im Wald niederließen.

 Auf diesen und den nächsten Kilometern laufen wir südlich von Gersdorf über ausgedehnte Felder vorbei an Feldgehölzen und Grünländereien. Hier gibt es eine weitere Versorgungsstation mitten zwischen den Feldern.

 Wer die Natur noch unverfälscht erleben will der ist hier genau richtig. Es gibt hier auch Graugänse, die hier heimisch geworden sind. Heute sehe und höre ich zwar keine dieser gefiederten Freunde aber in der Ferne ist Rotwild auf den Feldern unterwegs.

 Nach zwei Kilometern durch die Felder laufen wir für die nächsten 2 Kilometer durch den westlichen Rand des Hallenburger Holzes. Hier ist der Weg sehr, sehr rutschig. Am Kilometer 19 kommen ins Hallertal, durch das die kleine Haller fließt. Es war vor anderthalb Millionen Jahren ein breites Durchbruchstal der Weser. Vor 400.000 Jahren fror es durch die Eiszeit zu und so musste sich die Weser ein anderes Tal suchen.

 Wir folgen nun der Haller die uns mitnimmt nach Hallerburg, dass wir am Km-Schild 20 erreichen. Hallerburg und Adensen bilden eine Dorfgemeinschaft.

 Der Fernwanderweg Calenberger Weg führt durch die Orte. Die Endung –burg führt auf die Entstehung des Ortes zwischen 800 –und 1350 n. Chr. zur Rodezeit. Im Laufe der letzten rund 400 Jahre wechselte der Ortsname (Hallerborg 1638), (Halerburg 1645), (Allerburg 1730), (Hallerburg 1801), (Hallerborg 1750) zum heutigen Hallerburg. Die Endung –burg hat auch noch eine andere Bedeutung. Im ursprünglichen hieß dies auch Sumpf bzw. feuchte Wiese was auch auf die sumpfigen Ufer der Haller hindeutet.

 Am Ende von Hallerburg beginnt Adensen. Es ist ein kleiner Ort mit nur rund 1.000 Einwohnern, aber einer Geschichte, die bis vors Jahr 1000 zurück reicht. In den Jahren 500 bis 800 n. Chr. entstanden hier in den Eichen- und Hainbuchenwäldern die Siedlungen Adensen, Bodensen und Pussensen, gelegen an der Alten Heerstraße. Von diesen Gruppensiedlungen wurden im 12. – 14 Jh. Bodensen und Pussensen wüst und nur die Siedlung Adensen schaffte es durch Landgewinnung am Adenser Berg zu überleben. Nach der Christianisierung entstand im 10. Jh. in der Nähe der Adelshof der Herren von Adenoys die rund 3 Jh. in Adensen ihre Herrschaft ausübten.

 Und schon ist die erste Runde und 21,1km rum. Hier wechseln die Staffeln, die Halbmarathonis sind im Ziel und wir Marathonis begeben uns auf die 2. Runde. Es geht wieder aufwärts zum bewaldeten Marienberg mit dem Aufstieg zum Schloss. In der zweiten Runde hat man das Gefühl die Serpentinen sind jetzt höher, was aber nur an der Zeit liegt, die wir auf den Beinen sind.

 Im Schloss wurde im Juni 2012 26 folgen der Fernsehserie In Your Dreams - Sommer deines Lebens, gedreht. Hier wollen zwei junge Australier dem renovierungsbedürftigen Schloss neues Leben einhauchen gegen den Willen des intriganten Onkel Hermann. Auch einem Märchenfilm der Gebrüder Grimm sowie einer Dokumentation über Münchhausen diente das Schloss als Kulisse.

 Wir verlassen den Schlossinnenhof wieder durch das andere Tor und kommen hinter den ehemaligen Wallanlagen wieder in den Wald. Am Waldrand gibt es wieder Kontrollstriche auf die Startnummer. Weiter geht’s runter aus dem Wald, über die B3 zurück zum Start/Zielbereich. Heiner ist noch immer vor Ort und verabschiedet uns auf die letzte Schleife, die noch 10,55 km lang ist. Auf dem kurzen Begegnungsstück sehe ich wie schon viele Läufer ins Ziel abbiegen. Hier im Zielbereich stehen jetzt auch noch einige Zuschauer und Angehörige die auf ihre Marathonis warten.

 Es geht nochmal in Richtung Pussenweg aus dem Ort. Rechts von uns im Ort überragt die St. Dionysiuskirche die Häuser. Sie wurde nach Dionysius dem ersten Bischof von Paris im 3. Jh. benannt. Einer Heiligenlegende nach wurde ihm das Haupt abgeschlagen und er soll so vom Montmartre bis nach Saint-Denis gelaufen sein, wo er begraben werden wollte. Die Kirche hat einen romanischen Turm und eine gotische Sakristei. Besonders sehenswert im Inneren sind die mittelalterlichen Fresken sowie der Barock-Altar und die neugotische Innenausstattung. Es lohnt sich auch ein Blick in den Pfarrgarten mit seinem alten Obstbaumbestand sowie den Vogelschutzhecken und dem Feuchtbiotop.

 Die Adenoyser Straße, die durch den Ort führt, erinnert noch an die ehemaligen Herren. Wir belaufen jedoch eine andere parallel liegende Straße, die uns aus dem Ort führt. Es geht wieder über den Bergwinkelsweg raus. Auf diese Straße endet die Dorfstraße, ja hier gibt es noch eine Dorfstraße. Am anderen Ende der Dorfstraße lag früher der Tie. Dass der Ort einen Tie besaß zeigt auch, dass er schon vor der Christianisierung entstanden ist.

 Dieser erhöhte Platz war von Steinmauern umgeben und diente damals als Versammlungsort und war der Platz der Rechtsprechung. Auf dem Tie wuchs Gras. Oft standen auf dem Platz eine Linde und ein steinerner Tisch der vom Protokollanten als Schreibtisch genutzt wurde. Von dort oben konnte auch der Versammlungsleiter die Umstehenden überblicken. In alten Aufzeichnungen wird hier von einer Gerichtverhandlung vom 24.08.1467 erzählt wo sich Bauer und Verpächter nicht über den Zehnten einigen konnten. In den Orten wo es heute noch die große alte Dorflinde gibt dient dieser Platz nur noch zum Klönen oder Feiern. Mir wurde von Ortsansässigen erzählt die Linde und der erhöhte Platz sind nicht mehr ist. Er musste der Straßenführung weichen.

 Es geht am Ortsende wieder ins Feld. Das Wetter wird immer trüber und es zieht auch schon über den Feldern Nebel auf. Ich versuche Werner der sich von mir nach vorne entfernt hat auf Sichtweite zu halten was aber immer schwerer wird. Werner holt heute in der 2. Runde dann doch noch 7 Minuten raus was ca ¾ Kilometer Vorsprung ist. Nun versuche ich wenigsten Sigrid hinter mir zu lassen.

 Dann kommt das km-Schild 20 auf dem asphaltierten Feldweg vor Hallerburg. Für mich heißt das, plus erste Runde 21,1km ist zusammen 41,1km. Es sind nur noch etwas über einen Kilometer. Dann kommt das 21 Km-Schild und um die Ecke sind wir kurz vorm Ziel. Nochmal abbiegen auf die Zielmatte, pips und es ist geschafft. Jetzt warte ich noch auf Sigrid die nur 2 Minuten hinter mir ist und alle sind im Ziel. Mit einer Endzeit von 6:27:07 bin ich heute zufrieden bei meinem 255. Marathon und 27. Lauf in diesem Jahr.

 Anschließend heißt es noch nachtanken mit Kuchen, Kaffe und Bratwurst im Nebenraum der Sporthalle. Bevor es nach Hause geht wird noch über den Lauf, das Wetter und die wunderschöne Burg erzählt.

  Ins Ziel kamen heute: 199 MarathonläuferInnen, 233 Halbmarathonis, 39 Marathon-Staffeln und 49 HM-WalkerInnen. Trotz der 620 Höhenmeter und den Minusgraden sind heute hier auf den zwei Runden sehr gute Zeiten gelaufen worden.

 Fazit: Hallo Heiner, dir ist heute zum wiederholten Mal mit deinen vielen fleißigen Helfern eine ganz tolle Veranstaltung gelungen. Aus den Unterhaltungen von vielen Mitläufern habe ich gehört, das sie gern wiederkommen wollen. Also auf bis zur nächsten Vorweihnachtszeit ums Märchenschloss Marienburg und dann bitte schönes sonniges Wetter bestellen.

 

Marathon – Sieger:

  1. Marco Möhler               1. M 30             Halsbrücke                               3:01:49
  2. Markus Kuhnau            1. M 40             Hannover 96                             3:08:10
  3. Thore Evers                 2. M 30             Reinerbecker Lauffreunde         3:13:46

Marathon-Siegerinnen:

  1. Lena Sommer              1. WHK            Hannover 96                             3:07:58
  2. Sybille Mai                   1. W 35            TG Viktoria Augsburg               3:32:49
  3. Britta Giesen                1. W 45            Laufwerk Hamburg e.V.            3:35:46

 Die 2. Person heute im Zieleinlauf war Lena Sommer die nur knapp 6 Minuten hinter dem Gesamtsieger war. Gratulation. Mit 520 LäuferInnen und WalkerInnen gesamt ist dies ein hervorragendes Ergebnis. Weiter so.